Donnerstag, 16. April 2015

Else gewickelt


Eigentlich wollte ich aus dem Else-Schnitt von Schneidernmeistern wie bei madebymiri gesehen einen Cardigan nähen. Dazu habe ich einen wunderbar fließenden dünnen Strickstoff in dezentem grau (einer neuen Farbe für mich) beim lokalen Ka*stadt eingekauft. Dieser Stoff schien perfekt für mein Vorhaben. Dann überkam mich beim Zuschneiden die Idee, daraus eine gewickelte Else zu probieren.
Dazu habe ich das Vorderteil nicht im Stoffbruch zugeschnitten sondern als 2 Einzelteile und die Kanten am eigentlichen Stoffbruch um gut 10 cm verschoben. Die oberen Enden der Vorderteile wollte ich mit Knöpfen befestigen. Das funktionierte aufgrund des dünnen Stoffes jedoch nicht so gut, deshalb habe ich sie an den Schulternähten jeweils festgenäht. Die Ärmel habe ich extra überlang zugeschnitten, ich dachte es passt ganz gut dazu.
Seht selbst:




Die Kanten sind nur mit der Overlook als  „3-Faden-schmale Rollnaht“ versäubert, am unteren Saum gefiel mir das aber nicht, sodass ich dort den Saum noch gecovert habe.


Mit Tuch gefällt es mir eigentlich am besten (bis auf die vielen Falten am Bauch!).

Damit geselle ich mich zu den kreativen Damen beim RUMS und bin schon ganz gespannt, was es heute alles zu sehen geben wird.

Liebe Grüße
Tatjana

Donnerstag, 9. April 2015

Pintuck mit versteckter Else - mein Nähcamp 2015-Projekt

Lange, wirklich sehr lange lagen die 2 m sehr dünnen, dunkelblauen Leinens in meinem Schrank und ich habe mich nicht ran getraut. Geschweige denn hatte ich eine Idee, welcher Schnitt dieses Stoffes würdig wäre. Aber dann, kurz vor dem Nähcamp stolperte ich über das Pintuck Kleid und sofort stand fest, wenn ich es schaffe, die alte Ottobre irgendwo her zu bekommen, wird dies mein Nähcamp-Projekt 2015.

Vielen Dank an der Stelle an Christine, die so lieb war, mir die Ottobre 5/2008 mit nach Berlin zum Nähcamp zu bringen.


Zur Vorbereitung las ich einige Hinweise im Netz zur Umsetzung des Kleides. So fand ich in zahlreichen Beiträgen die Aussage, dass man den Reißverschluss im Rücken aufgrund der Weite des Kleides weglassen kann. Das kam mir sehr entgegen und ich habe mutig diese Empfehlung beherzigt - und es funktioniert wunderbar. Außerdem fand ich Tipps für die Verarbeitung der Biesen. So werden die unteren Nahtenden nicht vernäht, sondern nur nach innen gezogen und dort verknotet.

verknotete Biesennähte von innen
Das habe ich auch so gemacht, dabei habe ich mit der mittleren Biese begonnen, diese umgebügelt und anschließend schmal abgesteppt. Anschließend die nächste Biese abgemessen(!), umgebügelt und abgesteppt usw. das war eine wahrlich sportliche Aktion zwischen Nähmaschine und Bügelbrett bei insgesamt 11 Biesen, aber die Mühe hat sich gelohnt, ich bin total begeistert von meinen perfekten Biesen.

Ursprünglich ist außerdem im Schnitt vorgesehen, Gürtelschlaufen für das Bindeband in die Seitennaht einzunähen. Darauf habe ich verzichtet und stattdessen ein ellenlanges Bindeband genäht, welches ich mir bei Bedarf um den Leib wickeln kann. Ohne Bindeband könnte man das Kleid auch tragen, allerdings finde ich, sieht man damit ein bisschen schwanger aus – mal sehen, ob mich das stört.

Weiterhin war vorgesehen, die Ärmel etwas zu raffen - auch darauf habe ich verzichtet. Dafür habe ich mir beim Halsausschnitt etwas mehr Mühe gegeben und diesen mit einem Beleg verarbeitet.

 
Bei der Anprobe fiel mir dann leider auf, dass der wunderbare aber sehr dünne Leinenstoff etwas zu durchscheinend ist, was zur Folge hatte, dass ich ein passendes Unterkleid benötigen würde - um mich überhaupt zu trauen, das Kleid anzuziehen.
Ein Unterkleid zu kaufen kam nicht Frage, im Hinterkopf hatte ich den Mrs. Jones Schnitt aus meiner Ottobre 05/2014. Beim genaueren Hinsehen hat mich der Schnitt mit seinen Abnähern und doppellagigen Stoffteilen abgeschreckt und ich sehnte mich nach etwas Bekanntem. Zum Beispiel nach dem Else-Schnitt - der wird ja gerade gern auch mal verwandelt - warum also nicht auch in ein Unterkleid?! Deshalb habe ich mir meinen Else-Schnitt so umgebastelt, dass er nun schmale Träger hat. Da ich überhaupt keinen Plan hatte, welches Material unter dem luftigen Leinen überhaupt für ein Unterkleid infrage kam, lies ich mich im K*stadt beraten. Mir wurde ein Wirkfutter empfohlen – die Zusammensetzung habe ich leider vergessen, aber die Damen meinten, darin würde man nicht schwitzen. Na mal sehen.

ganz mutig zeig ich Euch sogar ein Foto von der sonst versteckten Else

Verarbeiten lies sich das Material ganz gut. Die offenen Kanten habe ich mit einer schmalen Rollnaht versehen und die Seitennähte mit der Overlock verschlossen.


Ich finde es jetzt perfekt, der Sommer kann kommen, damit ich mein Pintuck Kleid bald ausführen kann.
Jetzt führe ich es erstmal zum RUMS und bins schon ganz gespannt, was die anderen Damen so präsentieren, um die Sonne heraus zu locken.

Liebe Grüße
Tatjana

Mittwoch, 8. April 2015

Nähcamp 2015 - es war so schön

Es war das zweite Nähcamp, welches Elke Puls organisiert hatte und an dem ich teilnehmen durfte. Nach dem ersten Camp im vergangenen Jahr hatte mich der Alltag so schnell wieder, dass ich nicht zum Posten darüber gekommen war. Das wollte ich aber dieses Jahr auf keinen Fall versäumen, deshalb lest Ihr nun hier meinen Beitrag.


Dieses Jahr bekam Elke bei der Organisation Unterstützung durch Catrin vom Stoffbüro und Marie von Mariegemachtes. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön – es war toll, was ihr auf die Beine gestellt habt!

Offizieller Beginn war am Samstag 9 Uhr – bis dahin hatten die meisten der 40 Teilnehmerinnen bereits ihren Nähplatz aufgebaut und „alte Bekannte“ begrüßt. Schnell war auch der Kontakt zu den neuen Teilnehmerinnen hergestellt – da gab es keine Unterschiede.
Nach einer allgemeinen Begrüßungsrunde wurden uns die "special guests" vorgestellt: Marion Zens von komood, bei der man sich im Vorfeld zu einer Farb- und/oder Stilberatung anmelden konnte. Die Nachfrage war sehr groß – egal ob Gruppensitzung oder Einzeltermin - ich konnte mich jedoch nicht entscheiden und habe somit die Zeit für mein Nähprojekt verwendet.
Sabine Schneiderlein von Smilla (einem sehr tollen Nähladen in Berlin Schöneberg), war im vergangenen Jahr als Teilnehmerin beim Nähcamp dabei, dieses Jahr stand sie uns allen mit Rat und Tat zur Seite – vielen lieben Dank Sabine, das war wunderbar!
Weitere super sympathische „Berühmtheiten“ aus dem Nähuniversum waren auch mit dabei: Ina von Pattydoo, Monika von Schneidernmeistern und Silke von Schnittchen, von denen uns auch Schnitte zur Verfügung gestellt wurden und wir sie mit unseren Fragen dazu löchern konnten – einfach traumhaft.

Außerdem warteten wieder zahlreiche Überraschungen auf uns. Der Raum war mit wunderschönen Nosh-Stoffen dekoriert, wo sich jede ein Stückchen abschneiden durfte.

Für mich bzw. meine Tochter habe ich diesen NOSH Bio Jersey mit Dreirädern ausgewählt.

Auf den Tischen fand jede Nähcamperin ein goodie-bag, mit einem Kissen-Nähbuch „Kissenkult“ aus dem Hause EMF (Editon Michael Fischer), einem Stoffpäckchen vom Stoffbüro (das war eigentlich zum Wichteln vorgesehen – das habe ich völlig verpasst – jetzt ist der Termin um – und ich streichel die schönen Stoffe und habe dabei ein bissel schlechtes Gewissen), sowie einem Gutschein für einen Einkauf bei Schneidernmeistern.

Aus dem Hause smilla wurden wir mit der aktuellen Ausgabe der handmadekultur sowie einem Päckchen Gütermann-Soffe im wunderschönen „ring a roses“-Design überrascht.

Nach der Vorstellungsrunde stürzten wir uns alle in unsere Nähprojekte bzw. den einen oder anderen Plausch ähm… Erfahrungsaustausch.
Das Hotel (Dorint in Berlin Adllershof) versorgte uns vorzüglich mit Kaffee, Häppchen, Mittagessen und vielen anderen schönen Leckereien sowie einem erstklassigen Service!
Zum Abendessen spazierten in ein Steakhouse in Adlershof - zwar leider bei nicht so tollem Wetter - trotzdem tat mir die Bewegung zur Abwechslung sehr gut. Nach dieser Stärkung zog es mich und etliche andere nachtaktive Damen noch einmal zurück an Ihre Nähplätze bzw. an die Hotelbar.
Gut ausgeruht konnte es dann am nächsten Morgen weiter gehen. Viele Nähprojekte wurden fertiggestellt, beratschlagt, anprobiert und bewundert. Mittags packten die ersten schon zusammen und so löste sich die ganze wunderbare Veranstaltung so langsam auf und alle traten ihre mehr oder weniger weiten Heimwege an.

Zuvor aber hieß es, "Aufstellen zum Gruppenfoto", welches uns Elke anschließend zur Verfügung gestellt hat. Denn, wie Ihr vielleicht bemerkt habt, war ich zu sehr mit Nähen beschäftigt, sodass ich kein eigenes Foto hier zeigen kann - aber wie man in den Blogs der anderen Teilnehmerinnen so liest, bin ich da kein Einzelfall.

Mein Nähprojekt an diesem Wochenende war das fast schon legendäre Pintuck Kleid aus einer alten Ottobre 5/2008, die ich jedoch nicht besitze. In der Nähcamp-Facebook-Gruppe fand ich sehr schnell mehrere Damen, die die Zeitschrift mitbringen wollten. Somit war mein Nähplan für das Wochenende gerettet. Zum Kleid werde ich aber morgen einen extra Post verfassen.   

Bleibt mir nun mich noch einmal für das wundervolle Wochenende zu bedanken, bei den 3 Organisatorinnen, bei den Sponsoren sowie bei allen Teilnehmerinnen. Ich freue mich darauf, euch alle hoffentlich beim nächsten Nähcamp wieder zu treffen!

Liebe Grüße
Tatjana